Walnussbrot – Pain Aux Noix

Bonjour, meine lieben Liker!

Ach, Französisch ist doch eine tolle melodische Sprache, oder? Sie klingt so unfassbar vornehm und schick. Quasi wie Musik in meinen Ohren.

Nur leider spreche ich kein einziges Wort.

Kinners, ich wünschte, ich hätte mich damals in der Schule für Französisch statt Spanisch entschieden. Ob ich diese Sprache heute besser sprechen würde? Ich weiß es nicht. Aber ich weiß, das Einzige, was mir vom Spanischunterricht noch übrig geblieben ist, wäre:

¿cómo dice que se llamaba?

Interessiert nach dem Namen meines Gegenübers fragen, reicht aber vermutlich nicht wirklich aus, um in Andalusien überleben zu können, oder?

Aber die französische Sprache, ja, die klingt so unfassbar weich, so lieblich, nach unendlicher Weite, wärmender Sonne, weißen sauberen Stränden und einfach nach mehr bzw. Meer, woll? *schwelgeentzücktvormichhin*

Und genau deswegen hab ich am heutigen frostigen Fastnachtsdienstag nun etwas ganz besonderes für uns Feinschmecker. Ein Brot. Natürlich ein französisches Brot. DAS Brot der Brote mit umwerfender Bezeichnung:

Pain Aux Noix.

Ein unglaublich leckeres Walnussbrot, bei dem ich jetzt nicht ganz sicher bin, was ich an diesem Nussbrot besser finden soll, seinen klingenden Namen oder den ultramegaguten Geschmack. Beides ist einfach unbeschreiblich!

Ach ja, wo wir gerade wieder so nett beieinander sind, hab ich Euch eigentlich schon von meinem unglaublich peinlichen Erlebnis vor vielen Jahren in Soorts-Hossegor erzählt?

Oh Hossegor, ich gerate direkt wieder ins Schwärmen wenn ich nur den Namen schreibe. Ein kleines Dörflein zwischen Bordeaux und der spanischen Grenze. Wundervoll idyllisch gelegen.

Ralf kannte dieses Örtchen im Süden Frankreichs bereits seit vielen Jahren und war voller Vorfreude mir seinen Herzensurlaubsort einmal zu zeigen.

Und, er hatte mir wahrlich nicht zu viel versprochen. Augenblicklich verliebte auch ich mich in diesen wunderbar wilde Umgebung direkt am Atlantik.

Wir kehrten um die Mittagszeit in einer netten kleinen Brasserie ein und aßen Coq au Vin. Hahn mit Wein. Klingt im Deutschen ja wenig vertrauenserweckend, oder?

Ist aber tatsächlich eines der bedeutendsten französischen Geflügelgerichte und sogar ein Nationalgericht. Dazu einen erlesenen Rotwein, ein bisschen Käse und Baguette. Ja, das nenne ich Ars Vivendi, die Kunst zu leben, woll?

Am Ende unseres opulenten Mahles drückte Ralfs Blase ein wenig und er ließ mich zurück mit den Worten: “Wenn der Garçon kommt, kannst Du ja schon einmal nach der Rechnung fragen, in Ordnung?”

Er instruierte mich, kurz aber intensiv, so dass ich einfach nur folgenden Satz während seiner Abwesenheit auswendig lernen musste:

“L’ addition, s’il vous plaît!”

Och, dös war ja jetzt nicht sooo schwer. Ein paarmal das Sätzlein leise vor mich hingesagt und schwupps hatte ich es schon im Handumdrehen voll drauf.

Gut, ich bin jetzt kein besonderes Sprachtalent, aber nach zwei Gläsern guten Weines und ein wenig Übung, klappte es mit der Aussprache schon überraschend geschmeidig.

Der Ober kam kurz darauf zu unserem Tisch, sah mich freundlich an und sagte zu mir: “Prendrez-vous encore autre?”

Was wohl soviel heißen sollte wie: „Darf es noch etwas sein?” Das konnte ich dann ja noch erahnen…

Extrem locker, weil gut vorbereitet, antwortete ich, wie aus der Pistole geschossen als wenn ich nie eine andere Sprache gesprochen hätte, völlig souverän:

„Non! L’ addition, s’il vous plaît!”

Das klang super. Das klang gut. Zu gut offensichtlich. Der Kellner hatte in Folge dann leider den Eindruck ich wäre seiner Muttersprache sehr gut mächtig und er fragte weiter, wie üblich:

„Vous payez cash où par carte de crédit ?“

Häh?

Mit einer Rückfrage hatte ich irgendwie so gar nie nicht mehr gerechnet und war plötzlich wie gelähmt.

Ihr könnt Euch mein dummes Gesicht vorstellen, ja?

Mist! Mist! Mist! Wie dilettantisch kam das jetzt rüber? Dabei liefs doch gerade so perfekt….

Tja, und schon, eh man sich versieht, war man wieder auf dem Boden der Tatsachen angelangt. Mönsch, watt war ich froh, als Ralf in diesem Augenblick wieder am Tisch erschien und den Rest regelte…wir zahlten übrigens in bar…

Macht Euch einen schönen Veilchendienstag, ne?

Eure Bine

Rezept: Walnussbrot

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