Pesto Ruccola

Teil 1: Kickern – Die Bine und ihre Gegner

So, meine sehr verehrten Herren. Heute muss ich mal echt Tacheles reden. Tut mir leid.

Es kann in Folge gut möglich sein, dass nach meinem heutige Beitrag die Likerzahl in Bines Thermi-Welt schlagartig runtergeht. Nungut, dann ist das ebenso. Ich kann es nicht ändern.

Aber, was gesagt werden muss, muss mal gesagt werden. Ein bisschen Schwund ist ja immer, woll? Da kann ich jetzt keine Rücksicht drauf nehmen…

Diese vorösterliche Woche deklariere ich jetzt einfach mal zu unserer Tischfußballwoche, ne? Los geht’s…

Kurze neugierige Frage Männer: Warum fällt es den meisten von Euch eigentlich so schwer gegen eine Frau zu verlieren?

Männerehre verletzt? Vermutlich. Ist aber volle Lotte Quatsch. Es gibt Dinge, die sind weitaus wichtiger. Jedenfalls aus meiner Sicht.

Nungut, es gab auch starke Typen damals, die das ganze Thema rein sportlich nahmen. Meinen allergrößten Respekt hatten diese toughen Männer. Aber von denen erzähle ich am Schluss meiner heutigen Geschichte. Zuerst zu den uncoolen Boys…

Jungs, ich kann mich ja schon ein stückweit reindenken, dass eine Niederlage am Kickertisch schon schmerzhaft genug ist. Aber dann noch gegen eine Frau verlieren? Das war für einige offensichtlich die absolute Höchststrafe und ein totales No-Go. Trotzdem, meine Herren, heißt die Devise: Immer und jederzeit Haltung bewahren!

Und, Ehrlichkeit first! Aber genau das fiel einigen von Euch augenscheinlich sehr schwer. Ich erinnere mich noch gut an die wunderbaren Ausreden, die Ihr immer so parat hattet. Herrlich!

Jaja, aber vor dem ersten Spiel große Sprüche klopfen, woll?

Was kann eine Frau am Kicker schon können? Die haben doch nur so kleine Hände, damit sie beim Putzen besser in die Ecken kommen. Damit kann man doch unmöglich kickern! Vielleicht grad noch kochen und backen aber niemals vernünftig Tischfußball spielen. Außerdem “drehen” Frauen eh nur die Stangen wie wild und kriegen kein Effet drauf…

Ob ich unbedingt eine Packung kriegen wollte, wurde ich ziemlich oft forsch gefragt. Die benötigte Power im Handgelenk kann doch keine Frau haben und technisch sind sie Männern sowieso immer unterlegen. Ach, was hab ich mir alles anhören müssen. Und was hab ich mir dann immer einen innerlich gegrinst. Und schwupps standen wir am Tisch. Da wurde dann gespielt und nicht gelabert!

Tja Männer, das hattet Ihr bis zu diesem Zeitpunkt ja auch noch nicht erlebt, woll? Ich kann es verstehen. Jup, und dann gab es, meistens eine sehr kurze, aber dennoch nachhaltige Lehrstunde durch die Bine.

Gut, danach sah ich zwar immer aus wie nach einem Marathonlauf, hochrotes Köpfchen und klatschnass geschwitzt, aber manchmal muss man einfach Opfer bringen. Schönsein und gleichzeitig gewinnen war einfach nicht drin. Man muss Prioritäten im Leben setzten, woll?

Hach, es war einfach zu göttlich, wenn ich ein paar unverbesserlichen Großschnauzen mal wieder zeigen konnte, wer es wirklich drauf hat. Yes! STRIKE!

Ach jau, und Eurer fassungsloser Gesichtsausdruck, wenn es im ersten Spiel nach ein paar Minuten bereits 3:0 für mich stand. Je krampfhafter Ihr im Verlauf wurdet, desto lockerer könnte ich doch aufspielen. ICH hatte ja vorher NIE große Töne gespuckt und vorweg immer den notwendigen Respekt, wenn man die Spielweise des Gegners nicht kannte. Was hatte ich also zu verlieren? Noch dazu als schwache Frau? Richtig – nix!

Bei einigen Hin- und Rückspielen habt Ihr nicht ein einziges Tor geschossen. Ach ker, mein Torwart und meine Abwehr waren aber auch phasenweise sowatt von auf zack…

Voll die Nullrunde! Unvergesslich für beide Seiten, oder? Das war mir doch recht oft ein innerer Vorbeimarsch. Und dann kamen die kleinlauten Erklärungen. Ich kenne sie alle, die Ausreden: „Bine, lass uns morgen nochmal spielen, hab heute echt zu viel getrunken…“

Nur doof, dass die Leute am nächsten Tag nicht mehr auffindbar waren. Gerne hätte ich sie auch nüchtern abgezockt! Aber dazu war ja keine Gelegenheit mehr.

Viele hatten auch einfach nur einen „schlechten Tag“. Warum sie dann aber nur ein einziges Mal mit mir spielten, habe ich bis heute nicht begriffen.

„Mann“ kann doch nicht jeden Tag einen schlechten Tag haben, oder?

Hey, habt Ihr keinen Ehrgeiz, Jungs? Wo bleibt Euer Stolz? Ihr hättet es mir echt zeigen können. Gut, dass hätte aber auch viel Arbeit bedeutet und am Ende vielleicht nie gelangt. Die Gefahr besteht ja immer…

Dann waren da aber noch diese ganz besonderen Jungs. Die Kämpfer. Die, denen das Geschlecht ihres Gegners schnurzpiepegal war. Diejenigen, welche diese bescheuerte Männerehre an die Seite schoben und mit mir auf Augenhöhe spielten.

DAS waren ernsthaft die allerbesten Spiele. Selbst, wenn ich dann auch mal verlor. Darum ging es im Prinzip gar nicht mehr. Es ging immer um ein gutes und faires Spiel. DER Bessere beziehungsweise DIE Bessere sollte einfach gewinnen.

Ein verlorenes Spiel muss sich überhaupt nicht schlecht anfühlen – es kommt immer darauf an, mit wem man spielt! Dann haben nämlich, im besten Fall der Fälle, IMMER beide Seiten gewonnen, woll?

So. Und heute habt eindeutig Ihr gewonnen. Mit diesem Ruccola-Pestorezept könnt Ihr nix, aber auch gar nix falsch machen. Ein Hochgenuss und flott zubereitet!

Eure Bine

Rezept: Pesto Ruccola

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