Grünkohleintopf – Bines Traumurlaub im Bodensee-Refugium, Teil 3

Bines Traumurlaub Bodensee-Refugium,
Teil 3

Heute: Die Abreise

Ja, ich weiß, Kinners. 😅

Ich hatte am Endes des zweiten Teils lautstark verkündet, das Thema Fräulein Rottenmeier sei erledigt.

Ach Schneckschen, es tut mir furchtbar leid, ich kann einfach nicht anders. “Ehrlichkeit first” habe ich mir ja immer selbst auf die Fahne geschrieben und darf Euch deshalb auch nicht den Tag unserer Abreise vorenthalten.

Anhand Eurer Kommentare konnte ich erahnen, wie Ihr mitfühlt und auch mitleidet und ich denke, Ihr habt ein stückweit ein Recht darauf, die ungeschönte Wahrheit zu erfahren. 😬

Selbst wenn ich persönlich in diesem letzten Teil meiner Bodensee Trilogie etwas menschliche Schwäche, die auch mir selbstverständlich nicht fremd ist, offenlegen muss.

Los gehts.

Ein letzter Termin zur Wohnungsabnahme und Schlüsselübergabe mit Fräulein Rottenmeier war vereinbart. Im Übrigen wurde in der Zwischenzeit nicht ein einziger Schlüssel durch uns verhudelt.

Nur, dass ich es mal erwähnt habe, woll?!

😅🤣🤣🤣

Etwas unruhig verbrachte ich aber dennoch die letzte Nacht in unserem Refugium.

Warum?

Ach Mensch, es gab da noch ein kleines Problem, Mädels.

Während des zweiwöchigen Aufenthaltes hatte ich ungeschickterweise ein wunderschönes, vermutlich sehr teures Burgunderglas zerbrochen und bis zum Abreisetag nicht wieder ersetzt. 😱😱😱

Ehrlich gesagt, hätte ich überhaupt nicht gewusst, wo man ein solch hochpreisiges Glas käuflich erwerben kann. Vielleicht noch im Internet. Aber dieser Weg war einfach nicht praktikabel, dafür war die Zeit am Ende doch zu knapp.

Normalerweise ist es überhaupt nicht unsere Art derartige Missgeschicke zu verschweigen. Im Gegenteil. Wenn uns in der Vergangenheit etwas in unseren Ferienwohnungen zu Bruch gegangen ist, haben wir es immer großzügig ersetzt.  Auch, wenn der Vermieter selbst keinen gesteigerten Wert darauf legte.

Nene, datt mutt! Das gebietet ja schon der Anstand, ne?

Aber in diesem speziellen Fall, war es gänzlich anderes…

Nix mehr mit Anstand. Der hatte sich interessanterweise gänzlich verflüchtigt während des Aufenthaltes im Refugium. 😅

Mein kompletter Körper schrie quasi nach Vergeltung für den nicht wirklich vorhandenen Bodenseeblick und das oberlehrerhafte Getue von unserem Fräulein Rottenmeier. 😡

Nach diesen breitgefächerten Negativgefühlen, die uns die Dame von Anfang an vermittelte, brauchte ich zum Abschluss einfach für mich noch ein Erfolgserlebnis der besonderen Art.

Ja, selbst auf die Gefahr hin, dass ich zum Schluss nicht gut aussehen könnte, weil mein kleiner Trick doch noch bemerkt wird!

Aber, dieses Risiko musste ich einfach eingehen! 🙈

Allein der Gedanke der eingebildeten Verwalterin mitteilen zu müssen, dass ein hochwertiges Weinglas das Zeitliche aufgrund meiner Grobmotorik segnen musste, war mir schier unerträglich.

Ich hörte Frau Oberlehrerin in meiner wieder mal völlig überbordenden Fantasie mit hochgezogenen Augenbrauen und vorwurfsvollem Ton bereits sagen:

“WAS? Ausgerechnet das 1872iger mundgeblasene bleifreie Kristallglas von Zwiesel? DAS WIRD ABER TEUER, Frau Hömberg!”

😳😳😳

Sogar ihre Gedanken konnte ich in den letzten Tagen vor unserer Abreise lesen:

“Hab ich es mir doch gedacht, dass diese Leute etwas in unserem Objekt zerstören. SIE war mir ja völlig unsympathisch, ER ging ja einigermaßen. Na, DAS war ja jetzt vorauszusehen. Tölpel aus dem Ruhrgebiet eben! Kein Wunder!”

Nein, aus diesen, hoffentlich für Euch ein wenig nachvollziehbaren Gründen, war es mir unmöglich die Exekution des Zwiesel Burgunderglases zu beichten.

Mädels, DAS hätte mir den doch fantastischen Bodensee in der Nachbetrachtung noch völlig madig gemacht.

Das kaputte Glas war entsorgt, die letzten verräterischen Scherben längst beseitigt. Ein Rest von fünf noch unversehrten Rotweingläsern wurde von mir in der Küchenvitrine so geschickt drapiert, dass das fehlende Glas nicht weiter auffiel.

😬🙈😬

Mir war sonnenklar, dass die Oberlehrerin sehr penibel die Wohnung auf Schäden und fehlendes Porzellan oder Glas inspizieren würde. Lag sicher nicht an uns als Personen, die Tusse war einfach so drauf und hat auf diese merkwürdige Art definitiv jeden behandelt. Unfassbar eigentlich.

Völlig den Job verfehlt, die Dame!

Tja, und so bereitete ich mich mental eben bestmöglich auf das Abschlussereignis vor…

Es klingelt. Fräulein Rottenmeier kommt herein und geht mit uns zuerst gemeinsam ins Wohnzimmer hinüber.

Ihr Blick schweift prüfend über die Sideboards und Glasvitrinen. Öffnet sie gewissenhaft und sagt plötzlich unvermittelt das, worauf ich seit Tagen schon warte.

Kinners, ich bin jetzt quasi mental bis auf die Zähne bewaffnet:

“Haben Sie während Ihres Aufenthaltes im Refugium irgendetwas beschädigt, Frau Hömberg?”

Zu ihrem Gesichtsausdruck hätte noch ein “oder gestohlen” gepasst. 😅

Bine, auf diese Frage mehr als vorbereitet, in einem völlig entrüsteten Ton und schwer angriffslustig:

“Selbstverständlich NICHT, sonst hätten wir Ihnen DAS ja wohl direkt mitgeteilt! Was für eine äußerst peinliche Frage!”

Boah, watt habbich die Frau gefressen!

😖😖😖

Betretenes Schweigen ihrerseits.

Puh, DAS war gewagt! Ich weiß! 😅

Ein klein wenig fangen meine Wangen an zu glühen. Ich traue mich nicht Ralf anzuschauen und fokussiere mich voll und ganz auf Rotti.

Ihre hellen, stechenden Adleraugen hatten ja noch nicht die Küchenschränke und die Weinglasvitrine inspiziert. 😳

Auf dem Weg dahin wird mir heiß und kalt zugleich, der Blutdruck steigt in ungesunde Dimensionen. Auweia, da hatte ich den Mund aber ziemlich voll genommen.

Egal, Angriff ist immer noch die beste Verteidigung, oder? 😬

Fräulein Rottenmeier öffnet bedächtig  weiter jeden einzelnen Schrank und begutachtet wissenden Blickes die Inhalte.

Sie schaut sogar in die Spülmaschine.

Hallo?

Natürlich haben wir kein schmutziges Geschirr mehr darin hinterlassen! Geht’s noch? Ich fühle mich gegängelt wie eine Zehnjährige.

Schrecklich! 😡

Als letzte Aktion nimmt sie sich die edle Glasvitrine mit den hochwertigen Weingläsern vor.

Oh. Oh. 🙈🙈🙈

Die Glastür geht auf, ein intensiv-prüfender Blick folgt. Sie schließt diese zeitlupenartig wieder und sagt abschließend:

“Gut, Frau Hömberg, Herr Theinert, damit wäre die Abnahme zu unserer Zufriedenheit durchgeführt. Wenn Sie noch Fragen haben, ich bin jetzt noch eben in der Nachbarwohnung und stünde Ihnen danach noch kurz zur Verfügung!”

Oje, vielleicht antworte ich ein klein wenig zu vorschnell.

Das schlechte Gewissen Kinners, das schlechte Gewissen:

“Nein danke, wir werden uns nun auch umgehend auf die Heimfahrt begeben.”

Boah Mädels, nix wie wech hier! 😅

Ich schließe die Tür hinter Fräulein Rottenmeier und sehe in Ralfs doch etwas blasses Gesicht. Balle meine Faust und strecke sie mit einem breiten Grinsen in Siegerpose hoch in die Luft und sage triumphierend:

“YES, der habbichs abba mal richtig gegeben, watt Schatz? Und blind is sie auch noch!” 😬

Schneckschen, Ralfs erleichtertes und im Anschluss schwer amüsiertes, lauthalses Lachen habe ich heute noch im Ohr.

Puh, Schwein gehabt, woll?

😅🤣🤣🤣

Aus der Retrospektive heraus muss ich aber ehrlich sagen, ich habe absolut kein schlechtes Gewissen, dieses dusselige hochwertige Weingas nicht bezahlt zu haben.

Wieso nicht?

Wenn man die Sache mal ganz nüchtern betrachtet, war die angepriesene Luxusimmobilie für das, was wir geboten bekommen haben, einfach völlig überteuert. 😖

Die Fotomontage im Internet, die den Eindruck vermittelte, direkten großzügigen Blick auf den Bodensee zu haben, war absolut nicht in Ordnung!

Über diese Vorgaukelung falscher Tatsachen dürften sicher nicht nur wir Tölpel aus dem Ruhrgebiet erzürnt gewesen sein.

Da bin ich sehr sicher. 😉

Ich möchte nicht wissen, wie viele Gäste in Nachhinein eine Beschwerde geschrieben haben und dagegen vorgegangen sind.

Denn genau diesen geschönt-manipulierten Bodenseeblick haben sich die Anbieter im Vorfeld von ihren Gästen gar fürstlich bezahlen lassen.

Geht gar nicht! 😡

Da half auch das möchtegern-vornehme Fräulein Rottenmeier als Verwalterin nix.

Im Gegenteil! Die hat mich erst richtig aufgeregt! Die, dusselige Kuh, die! 🙄

Ich will es abschließend mal so formulieren. Meine Genugtuung hat mit dem schnöden Mammon rein gar nichts zu tun.

Dass ich in meinem Leben einmal die Gelegenheit bekomme mir diese Erlebnisse der dritten Art mit Fräulein Rottenmeier so wunderbar von der Seele zu schreiben und auch noch in meinem eigenen Blog und auf meiner Facebook-Fanpage Bines Thermi-Welt zu veröffentlichen, ist mir ein innerer Vorbeimarsch.

Ährlisch!

Aktuell sind es immerhin auf letzterer Page über 23.500 Fans, die mitlesen könnten, wenn sie wollten. 😬

Kein Geld der Welt, Ihr Lieben, welches man bei einer Reklamation vermutlich zurückbekommen hätte, kann dieses gute und erhebende Gefühl toppen.

Voll geil! 😬🤣🤣🤣

Vielen Dank für Euer Auge, Euer Durchhaltevermögen und die göttlichen Kommentare auf diese Geschichte, Ihr Lieben!

Ich mag es total gern, wenn Ihr Euch so intensiv gedanklich auf meine Anekdoten einlasst. 😘

Der Job eines Bloggers muss einfach schöner sein als der eines Buchautors, Mädels. Wo bitte bekommt man direkt nach der Veröffentlichung so viel Feedback von den Menschen für die man schreibt? Einfach nur genial!

😍😍😍

Ach ja, und meine späte “kleine Rache” fühlt sich tatsächlich befriedigender an, als jeder noch so negative Bewertungskommentar auf der Website des Traumwohnungen-Anbieters! Ich finde, so habe ich das Problem doch elegant gelöst. Ohne späteren Stress, sehr nachhaltig und mit einer großen Portion Humor, oder?

🤡🤡🤡

Für mich war es jedenfalls ein absolutes Highlight und ich persönlich bin an dieser  Dame nur weiter innerlich gewachsen.

Diese Sorte Mensch zeigt einem doch immer nur sehr anschaulich, dass man heilfroh sein kann, sich nicht in diese negative Richtung entwickelt zu haben.

Mädels, so etepetete und überheblich haben WIR doch echt nicht nötig, woll? 😘

Wir sind selbstbewusst genug, um ein solches Gehabe nicht an den Tag legen zu müssen.

Ach Kinners, Nostalgie macht sich gerade so wohlig breit. Ich denke noch heute unglaublich gern an unser zerbrochenes Burgunderglas zurück und freue mich narrisch, dass ich mit so vielen Lesern mal wieder über Fräulein Rottenmeier herrlich abledern durfte.

Bin ja auch nur ein Mensch, ne?

😬🤣🤣🤣

Dieser Dame dürften die Öhrkes aktuell aber mal wieder mächtig klingeln. Vielleicht, wenn ich Glück habe, liest sie sogar mit.

Die hat bestimmt nen Thermomix! 😬

@Rotti: So, jetzt sind wir quitt, Hase!!! 😈

The End!

Puh, was ein Akt!

Lust auf Grünkohl mit Kassler und Mettwurst? 😬

Vermutlich nicht mitten im Hochsommer. Aber, der nächste Winter kommt bestimmt! Gerade kaum vorstellbar, aber wahr!

Diesmal nicht von mir, sondern von meiner Tochter gezaubert. Ich werde ihr doch wohl nicht meine Kochleidenschaft vererbt haben?

Gott bewahre!

Der Topf war riesig, da hätte eine Mannschaft Bauarbeiter locker von satt werden können.

MEGALECKER!!! 😋

Eure Bine

Rezept: Grünkohleintopf

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