Schneckschen,

ich muss Euch watt erzählen…

Gestern Nachmittag habe ich erfahren, dass es mein Daihatsu Cuore, Baujahr 2001, leider nicht mehr über den TÜV schafft.

Für mich ist ein Auto nicht nur ein fahrbarer Untersatz, sondern eine wirkliche Herzensangelegenheit. Gut, es geht jetzt nicht soweit, dass ich meinem Auto einen Namen gebe, aber wenn man sich nach elf wunderbaren Jahren und über 100.000 gemeinsam zurückgelegten Kilometern trennen muss, tut einem datt Herzken schon ganz schön bluten.

Bis datt der TÜV uns scheidet eben. Fürchterlich!

Kinners, ich bin dann direkt mal zu einem Autohändler nach Essen gefahren um mich nach einer Alternative umzuschauen. Datt war echt der Kracher, eine Frau ohne männliche Begleitung bei einem Autohändler. Datt konnte ja nicht gutgehen. Da erlebse Dinge, die gibts gar nicht.

Die in Frage kommende Auswahl der Kleinwagen war sehr übersichtlich und die Typen wollten mir doch glatt so ne alte Schrottkarre andrehen. Citroen C1, fünf Jahre alt und satte 90.000 km gelaufen. Für 4.400 Euro.

Hallo? Für einen Franzosen? Gehts noch? Außerdem muffelte der C1, als wenn er noch 18 Jahre mehr auf dem Buckel gehabt hätte, und eine Leiche damit abtransportiert worden wäre. Bah, watt ekelig! Never, ever! Aber, ich war neugierig, bin noch nie einen Citroen gefahren, die Gelegenheit…

Leute, ich bin zwar eine Frau, aber deshalb nicht zwingend strumpeldoof, woll? 

Dieser Nachmittag sitzt mir echt noch in den Knochen, hab mich heute noch nicht wirklich erholt von dem ganzen Drama, was sich da abgespielt hat. Das ganze Auto voller Plastik, und als ich zur Probefahrt die Fahrertür zuziehen will, hatte ich den provisorisch festgeklebten Griff halb in der Hand.  Auf meinen Einwand, dass ich soviel Plastik in den Autos nicht besonders mag, meinte der windige Typ, die wären heute alle so…

Der tickt doch nicht ganz sauber, oder? Das kann er ja wohl seinem Großmütterchen erzählen, der Heiopei!

Der Autoverkäufer war sowieso einer der Schärfsten. Exakt so, wie man sich solche zwielichtigen Typen vorstellt. An die sechzig, moppelig und mit grauem Haupthaar. Das weiße Hemd bis zum Bauchnabel aufgerissen, fehlte nur noch die Goldkette und ich hätte ihn fast mit einem Zuhälter verwechselt. Unfuckingfassbar.

Da bringe ich das Auto nach der Fahrt wieder zurück und der fragt doch ernsthaft:” Und? Wie fährt er? Bine:” Joah, er fährt, datt is aber schon alles!” Da mußte selbst der Knabe grinsen.

Mönsch, der hat doch angefangen, oder?

Tja, wer ne blöde Frage stellt, kriegt auch ne blöde Antwort. So sind die Regeln!  Oh Mann, als ich dann in mein Wägelchen stieg, um nach Hause zu fahren, hatte ich echt ganz dicke Krokodilstränen in den Augen. Manno, ich will nicht, dass mein Cuore sterben muss. Mehr als Schrottplatz und Ausschlachten geht echt abba nicht mehr, voll der Boden weggerostet…

Puh, die Überleitung zum Brot fällt mir jetzt echt nicht leicht. Schmieriger Autoverkäufer und leckere Oberhausener Kumpelkruste von Claudia Janßen, datt passt jetzt mal so gar nicht zusammen.

Denkt Euch jetzt mal büdde den Schmierlapp wech, ja? Geht das noch? 

Schneckschen, wer dieses erstklassige und würzige Brot noch nicht kennt, unbedingt ausprobieren. Definitiv besser als die Joghurtkruste! Ich esse heute den dritten Tag davon und es ist immer noch erstaunlich saftig. So muss datt!

Auf einer Skala von 1 bis 10, satte 9 BP (BinePoints). Obwohl ich keinen Sauerteig im Haus hatte. Nicht auszudenken, wie das Brot mit Sauerteig geworden wäre…

Eure Bine

Rezept: Oberhausener Kumpelkruste