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Schlesische Weißwürstchen und schlesische Geräucherte in Honigkuchen-Malzbiersoße….

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Eigene Rezepte Fleisch, Fisch & Gemüse als Hauptgang

Schlesische Weißwürstchen und schlesische Geräucherte in Honigkuchen-Malzbiersoße….

…unser langjähriges Heiligabendessen und dazu eine passende besinnliche und wahre Weihnachtsgeschichte von Ralf Theinert…
Wer nur das Rezept möchte, bitte weiter nach unten scrollen! 🙂

Der hellgelb leuchtende Pullover

Mich hat in meinem ganzen Leben nur ein einziges gelbes Kleidungsstück fasziniert.

Es war ein hellgelber Pullover, der mir am zweiten Tag nach unserer Ankunft im Schaufenster eines exclusiven Bekleidungsshops in Seignosse Le Penon an der Französischen Atlantikküste ins Auge stach.

Eigentlich war gelb nicht wirklich meine Farbe. Sie unterstreicht weder mein dunkelblondes Haar, noch meinen hellen Teint!

Das Einzige, dass das fließende Gelb auf der Gesamtfläche der feinen Wolle brach, war ein grünes Krokodil.

Da hatten wir es auch schon: Der Pullover war nicht nur zu gelb für mich, sondern für mich, der sich gezielt fernab von Markenprodukten bewegte, auch eine Art Bruch der Glaubensfrage und nicht zuletzt auch much too expensive.

Aber wie das so ist: Wenn man sich in irgendjemanden / irgendetwas WIRKLICH verliebt hat, geht er/sie/es einem einfach nicht mehr aus dem Kopf.

Und so ging ich denn während jenes dreiwöchigen Urlaubes zwei Wochen lang Tag für Tag, auf dem Weg zum Strand, an diesem Schaufenster vorbei, einerseits hoffend, dass sich der Pullover meines Herzens noch dort in der Auslage befand, andererseits aber auch nicht weniger hoffend, dass ein anderer Tourist sich erbarmt haben könnte und mir meine Entscheidung abgenommen hatte.

Nach zwei Wochen hatte die Französische Atlantiksonne meine Haare in ein ansehnliches hellblond gefärbt und meinen hellen Teint stark gebräunt. Nun, so dachte ich, würde der Pullover wirklich zu mir passen!

Nach einem ausgiebigen Strandtag steuerte ich endlich mit der festen Absicht, den Pullover wenigstens mal anzuprobieren, auf den Shop zu. Kaufen? Nein, kaufen würde ich ihn in keinem Fall! Schließlich würde eine solche Ausgabe mein schon arg dezimiertes Urlaubsbudget massiv sprengen. Und außerdem war ich damals und bin bis heute kein Markentyp!

Der Pullover lag noch immer im Schaufenster und strahlte mich, von der Sonne beleuchtet, in einem noch gelberen Gelb als je zuvor an.

Ich probierte ihn an und aus meinem Verliebtsein wurde Liebe! Der Preis? Egal! Was Lakostet die Welt?!

Eine Woche lang trug ich ihn dann voll Stolz an den Stränden und auf den Promenaden der Urlaubsorte an der Atlantikküste Süd-Frankreichs: Von Hossegor über Saint Jaen-de-Luz bis Biarritz. Wir waren unzertrennlich, mein Pullover und ich.

Später dann, wieder im kalten Deutschland angekommen, verblasste meine Haut und auch ein wenig die allzu innige Liebe zu meinem Kleidungsstück. Hier passten wir leider nicht mehr ganz zusammen. Die Rahmenbedingungen der hiesigen Umwelt und des Alltags, die etwas seltsamen Blicke der Menschen, die mich umgaben, wirkten einem intensiven Zusammenleben ziemlich deutlich entgegen.

So beschränkte ich mich schließlich darauf, den Pullover nur noch zu besonderen Anlässen im engeren Familienkreis zu tragen.

Eine der Familienfeiern, bei der ich ihn mal wieder mit großem Stolz trug, war unser Weihnachtsessen, bestehend aus schlesischen Geräucherten Würstchen und Weißwürstchen in Dunkelbiersoße, zu dem wir uns fried- und freudvoll versammelt hatten.

Mein wunderbarer gelber Pullover mit aufgenähtem grünem Reptil erstrahlte im Festlicht, als ich mich an dem großen mit Würstchen und brauner Soße gefüllten Bräter einfand, um dort eigenhändig von jeder Sorte ein Würstchen herauszuangeln. Es war einer jener Momente, in denen die mit Stolz gefüllte Liebe zu diesem einzigartigen Kleidungsstück in mich zurückkehrte.

Mit der großen Würstchenzange griff ich in den großen Topf um eines der weißen Würstchen herauszufischen und auf meinem Teller abzulegen. Doch nachdem ich eines erwischt und in die Höhe gehoben hatte, rutschte das schlüpfrige Scheißerchen aus seiner Umklammerung und platschte aus durchaus nicht unbeträchtlicher Höhe wieder in den Soßentopf zurück.

Es brauchte nur Bruchteile von Sekunden…bis ich registrierte…dass sich eine unübersehbare Menge brauner Soße in Form von Spritzern auf dem wunderbaren Gelb verteilt hatte…

Ich will es kurz machen: Der Schmerz war groß! Er wurde noch größer, als sich in den tagelangen Bemühungen, eine Methode zu finden, den Ursprungszustand des Pullovers in Gelb wieder herzustellen, herausstellte, dass dieser nicht mehr zu retten war.

So wanderte das gute Stück schließlich fleckenübersäht in meinen Kleiderschrank und wanderte von oben nach ganz unten und war schließlich eines Tages ganz verschwunden. Ich weiß gar nicht mehr, wie genau es passierte. Es war mir auch egal. Fast jede Liebe erlischt einmal…

Nur in manchen Momenten, so wie in diesem grade, denke ich wieder zurück an ihn.

Doch es ist weniger der Pullover, der mir dann fehlt, als das, was zu seiner Geschichte gehörte und sie ausmachte…

THE END

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Rezept: Schlesische Weißwürstchen und schlesische Geräucherte in Honigkuchen-Malzbiersoße

10 – 15 Schlesische Würstchen
10 – 15 geräucherte Schlesische
(Viel, ne? Ja, wir essen mehrere Tage davon und frieren noch ein. Das ist wie bei einer Gulaschkanone. Die Menge macht erst den genialen Geschmack! …)
1 Stück. geräucherten durchwachsenen Speck
1 Pastinakwurzel
3-4 Pakete Fischkuchen bzw. Honigkuchen
ca, 6 Flaschen Malzbier
2-3 Dosen Sauerkraut
1 Kassler

Zubereitung:
Den Speck mit der Pastinakwurzel in Wasser aufkochen und Malzbier zugießen. Honigkuchen in Malzbier auflösen und dem kochenden Sud beimengen.So lange rühren bis eine sämige Masse entsteht. Danach werden die Würstchen in der Flüssigkeit erwärmt und ziehen dann vor sich hin. Und immer schön rühren, sonst brennt es volle Lotte an, woll?

Gaaaaanz wichtig ist allerdings auch folgendes zu berücksichtigen:
Man benötigt Brot, idealer Weise Weißbrot oder Kassler, es wird in kleinen Stücken in die Soße gebröselt. Und, last not least, dazu kommt noch Sauerkraut. Einfach in die süße Soße rein? Ja doch, einfach drauf auffe Malzbiersoße

Wie? Ihr könnt Euch nicht vorstellen, dass DAS schmeckt? Hey, Ihr esst doch auch Schnitzel Bombay oder Toast Hawaii.

Schneckschen, glaubt mir: Es schmeckt himmlisch! Die Kombination süß-sauer ist auch hier wirklich richtig schmackhaft!

Eure Bine

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