Und nun die Krönung meiner bisherigen Plätzchen-Rezepte!

Heute stelle ich Euch ein weit über 60 Jahre altes, sensationelles Weihnachtsplätzchen-Rezept meiner Mutter vor. Es stammt aus dem Portfolio katholischer Nonnen aus Oberkirchen im Sauerland.

Damals war es üblich, dass junge Mädels im Kloster dort ein paar Monate „Küche lernten“. Und genau dieses Spritzgebäck backe ich selbst seit Jahrzehnten, es kommt überall sehr gut an und ist immer direkt als erstes weggeknabbert.

Bis letztes Jahr musste ich leider mit einem normalen Handrührgerät den heftigen Teig zubereiten, aber in diesem Jahr habe ich für mich, und Euch natürlich, das Rezept auf den TM5 umgeschrieben.

Ne, watt bin ich froh, dass es diese tolle Küchenhilfe gibt. Ich erinnere mich noch sehr gut daran, dass mir das Handrührgerät früher fast um die Öhrchen geflogen wäre. Die Konsistenz ist doch etwas sehr heavy für einen normalen Mixer.

Und von meinen untrainierten Oberarmen wollen wir jetzt mal gar nicht reden, ne? Jo, der Thermi lacht sich bei diesem Teig, mit seinen 10.700 Umdrehungen pro Min, echt eins ins Fäustchen. Eines seiner leichtesten Übungen offensichtlich.

Nungut, genug gequatscht. 

Hier isses, das weltbeste Spritzgebäck-Rezept. Es reicht für etwa 6 Bleche (ca. 160 Plätzchen), mindestens zwei Bleche solltet Ihr parallel nutzen.

Wichtig: Es wird ein Fleischwolf benötigt, außerdem muss der Teig auf jeden Fall vor der Verarbeitung eine Nacht im Kühlschrank verbringen!

Sollte Euch die Hälfte des Rezeptes (ca. 80 Plätzchen) reichen, könnt Ihr das Rezept selbstverständlich auch halbieren. Ich habe das halbe Rezept 2019 ausprobiert mit 1 ganzen Ei und zwei Eigelb. Ansonsten von allen Zutaten einfach die Hälfte nehmen. Hat prima geklappt!

Hömberg Spritzgebäck

Zutaten:
250g Butter
250g Margarine (vorzugsweise Sanella)
1 ganzes Ei
3 Eigelb
375g Zucker
1 Päckchen Vanillezucker
750g Mehl
1 Prise Salz
200g Zartbitterkuvertüre
2 Würfel Palmin oder Biskin (ich nehme das portionierbare Kokosfett Biskin, darin sind 10 Würfel x 25 g)

Zubereitung:
1. Weiche Butter und Margarine in den Mixtopf geben und 35 Sekunden/Stufe 2 verrühren.

2. Das Ei, die 3 Eigelbe, Zucker, Vanillezucker und 450 g Mehl in 30 Sekunden/Stufe 5 (unter kräftiger Zuhilfenahme des Spatels) vermengen.

3. Den Teig in eine große Schüssel geben und nochmal das, bis dahin noch nicht vermengte, Mehl (300 g) per Hand unterkneten. Anschließend eine Nacht im Kühlschrank ruhen lassen.

4. Am nächsten Tag Kuchenbleche mit Backpapier bestücken.

5. Den Teig, immer schön portionsweise, aus dem Kühlschrank nehmen und im Fleischwolf mit den diversen Plätzchenaufsätzen verarbeiten. Anfangs habe ich immer vier verschiedene Formen gefertigt, mittlerweile stelle ich nur noch zwei her. Warum auch immer, aber diese beiden Formen sind immer sofort weg. Das Auge ißt wohl auch hier mit, geschmacklich dürfte es da keinen Unterschied geben, der Teig ist ja der gleiche. Bitte den Teig nicht zu warm werden lassen, sonst wird er zu klebrig und lässt sich nicht mehr gut durchdrehen, je kühler desto besser. Womit ich Kühl- und nicht Gefrierschranktemperatur meine…

6. Das Spritzgebäck 10 bis 13 Minuten bei 200 Grad Ober-/Unterhitze abbacken. Bitte die Plätzchen nicht zu hell, und nicht zu dunkel werden lassen. Hellbraun idealerweise, ansonsten schmeckt immer das Teil zwischen dem Rohen und dem Verbrannten am besten!

Man muss höllisch aufpassen, die richtige Färbung zu bekommen, es zählt hier wirklich jede Minute. Vor allen Dingen bei den letzten beiden Blechen, dann ist der Ofen erfahrungsgemäß schon so heiß, dass sie nur noch etwa 10 Minuten brauchen.

7. Das Gebäck abkühlen lassen. Kuvertüre mit Biskin im Wasserbad erhitzen und eine Hälfte der Plätzchen einpinseln.

Ich bin sehr gespannt, ob jemand dieses Rezept nachbackt. Wenn ja, büdde büdde Feedback, ja? *ganzliebguck*

Eure Bine

Wichtiger Hinweis: Ihr Lieben, vielleicht noch ein Hinweis zum Teig. Dadurch, dass er über Nacht im Kühlschrank war, ist die Butter und die Margarine natürlich sehr hart geworden.

Ich schneide ihn immer mit dem Messer und stecke den Teig dann stückweise in den Fleischwolf. Der Teig ist anfangs teilweise etwas krümelig. Ist aber nicht schlimm, die Krümel packe ich oben drauf und durch die Handwärme, wenn man ihn in den Wolf steckt, wird er schön geschmeidig und lässt sich sehr gut verarbeiten.

Den Teig stelle ich jedes Mal, wenn ich den Fleischwolf neu bestückt habe, wieder in den Kühlschrank. So bleibt er schön hart zur weiteren Verarbeitung.

Rezept: Nonnen aus Oberkirchen